Archiv für September 2010

Kein Tag für die Nation-Kein Tag für Deutschland!

Aufruf des „…ums Ganze!“-Bündnisses und der Basisgruppe
Antifaschismus zum 20. Tag der Deutschen Einheit am 2./3. Oktober 2010 in Bremen.

Am 3. Oktober wird in Bremen die nationale Würstchenmeile aufgeschlagen. Superdeutschland begießt 20 Jahre Einheit, mit Angela, Christian und Nena. Es gibt zwar kein Freibier, aber wir kommen trotzdem. Wo Volk und Staat ihren Burgfrieden feiern, müssen wir eins klarstellen: Ihr könnt uns mal mit eurem Standort und eurem Gequatsche von „sozialer Marktwirtschaft“. Wir machen keinen Finger krumm, damit Deutschland „gestärkt aus der Krise hervorgeht“. Denn das heißt im Klartext bloß, dass jeder Winkel der Gesellschaft noch straffer durchrationalisiert wird. Härter konkurrieren, länger lohnarbeiten, weniger verdienen und immer unsicherer leben bis ans Ende aller Tage – das ist die deutsche Utopie nach dem „Ende der Geschichte“ von 1989/90. (mehr…)

Ob Stolberg oder Aachen – Nazidemos stoppen

Mit rassistischen Phrasen versuchen Neonazis in Aachen Stimmung gegen Migranten und Migrantinnen zu machen. Sie sprechen in ihrem Aufruf von “volksfremden Ausländern”, die Deutschland “Stück für Stück in Besitz nehmen” würden. So versuchen extrem Rechte seit jeher, ihre Ideologie von einer “reinen Rasse” zu bestärken, zu unterscheiden in Fremdes und Eigenes. Alles, was sie als fremd wahrnehmen, gehöre demnach nicht hierher. Ihr Verständnis von “Deutschen” orientiert sich dabei nicht an Staatsbürgerschaft, sondern – ganz im nazistischen Sinne – an “völkischer Substanz”, sprich: an Blutsgemeinschaft. Das Ziel ihrer Politik ist die deutsche Volksgemeinschaft, in der es keine Differenz mehr gibt, keine abweichende Meinung, in der alles individuelle dem Ganzen sich unterordnet oder zwanghaft untergeordnet wird, in der alles “Fremde” und “Unwerte” vernichtet wird.

Dabei schließen NPD und Kameradschaft Aachener Land an einen weit verbreiteten antiislamischen Rassismus an, der eine ganze Religionsgemeinschaft diskreditiert, indem er Angehörigen dieser Religion per se bestimmte negative Eigenschaften zuschreibt. Neonazis können sich in dieser rassistischen Argumentation auf Personen wie beispielsweise Thilo Sarrazin berufen (und tun dies auch), die mit (Sozial-)Rassismus und Rassenlehre versuchen, gesellschaftlich zu punkten.

Und so wird folgerichtig der Islam als den “Deutschen wesensfremder Glaube” bezeichnet. Dass Neonazis i.d.R. das Christentum wie traditionell das Judentum ebenfalls als “wesensfremd” einordnen, sagen sie freilich nicht. Es wäre gesellschaftlich nicht anschlussfähig, den Abriss von Kirchtürmen zu fordern. (mehr…)