Nachtrag: 16.November in Düren

Der 16. November in der Stadt Düren
Alljährliches Gedenken vor dem Werk eines Nazikünstlers

Alle Jahre wieder treffen sich am 16.November Politiker und Einwohner der Stadt Düren um vor dem „Flammenengel“ an die Bombardierung der Stadt Düren im Jahre 1944 zu erinnern. Der „Flammenengel“ wurde Im November 1962 von dem Nazi-Bildhauer Adolf Wamper erschaffen und vor dem Rathaus aufgestellt.

Zur Person:
Adolf Wamper wurde am 23.Juni 1901 in Würselen geboren und starb am 22.Mai 1977 in Essen.

Wamper hatte zunächst Architektur und Bildhauerei an der Technischen Hochschule in Aachen studiert, 1926 setzte er seine Studien an der Düsseldorfer Akademie fort und entschied sich endgültig für die Bildhauerei. 1935 zog Wamper nach Berlin, wo er bald mit bauplastischen Aufgaben beschäftigt war. Mit den Jahren wurden seine Formate immer monumentaler und er gestaltete etliche Großplastiken für NS-Bauprojekte.

Alsbald galt er neben seinen Freunden Arnold Breker und Josef Thorak als einer der Vertreter der faschistischen Kunstauffassung und konnte 1936 zwei Eingangsreliefs an der Freilichtbühne auf dem Olympiagelände in Berlin ausführen. Die beiden Reliefs verweisen „auf die doppelte Bestimmung der Anlage für musisches Weihespiel (Frauen mit Leier und Lorbeer)
und vaterländische Feier“. Letzteres wird ausgedrückt durch zwei Männer mit Schwert und Fackel, es sind Vorläufer von Brekers Statuen in der Reichskanzlei. Auffallend ist, dass bei diesem vom Progandaministerium beaufsichtigten Werk ein dezidierter NS-Gehalt zu erkennen ist.

http://www.bildhauerei-in-berlin.de/_images/_katalog/Wamper-Olympia.JPG

Wamper gehörte während der Zeit des Faschismus zur Gruppe der „Künstler im Kriegseinsatz“. Nach vielen offiziellen Aufträgen wurde seine kriegsverherrlichende Skulptur „Genius des Sieges „(Darstellung des Durchbruchs bei Brzeziny 1914)1940 auf der Deutschen Kunstausstellung in München der Öffentlichkeit präsentiert.

Offensichtlich stört es weder die alljährlich anwesenden Politiker noch die Einwohner der Stadt Düren – vor dem Werk eines Nazikünstler´s, der 1944 von Adolf Hitler in die gottbegnadete Liste der für die Nazi´s wichtigsten bildenden Künstler aufgenommen wurde – an die Zerstörung der Stadt Düren zu erinnern.

An die Folgen des vom faschistoiden Deutschland entfesselten 2. Weltkrieges vor einem Werk eines Künstler´s zu gedenken, welcher der Gruppe „Künstler im Kriegseinsatz“ angehörte, halten wir – vorsichtig ausgedrückt – für unglaubwürdig.

Es wird Zei daran etwas zu ändern!!!