„Braunes Haus“ vor der Räumung

Mitte März wurde mit einer Razzia und der Festnahme von zwei Dutzend Personen das neonazistische „Aktionsbüro Mittelrhein“ zerschlagen – jetzt scheint die regionale Szene auch ihr logistisches Zentrum in Bad Neuenahr zu verlieren.

Wie die Koblenzer „Rhein-Zeitung“ meldete, verständigten sich in dieser Woche die Anwälte der Vermieter und der Mieter vor dem Amtsgericht Ahrweiler auf einen Vergleich: Das als „Braunes Haus“ in die Schlagzeilen gekommene Gebäude soll bis Mitte August geräumt sein.

Vor zweieinhalb Jahren hatten sich dort drei junge Männer aus der Szene eingemietet. Rasch hatte sich das Haus zur Anlaufstelle für Neonazis vor allem aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz und dem südlichen Nordrhein-Westfalen entwickelt. Schon vor zwei Jahren hatten die Vermieter einen Versuch gestartet, die Neonazis, die als Drahtzieher des „Aktionsbüros Mittelrhein“ galten, vor die Tür zu setzen. Vor Gericht scheiterten sie jedoch mit der Kündigung. Jetzt, nach der Razzia, scheinen die Vermieter Erfolg zu haben. Das Haus sei durch die Polizeiaktion im März in Verruf geraten und eine Fortsetzung des Mietverhältnisses daher unzumutbar, hatten sie argumentiert. Die drei Männer, die das Haus angemietet hatten, nutzen es derzeit nicht: Sie befinden sich in Untersuchungshaft.

Wie die „Rhein-Zeitung“ meldete, kann der vor Gericht vereinbarte Vergleich noch bis zum heutigen Freitag widerrufen werden.