Wo bleibt Aufklärung

Für das »Linke Bündnis Dortmund – Parteilose Linke, DKP und SDAJ« richteten Wolfgang Richter und Udo Stunz am Freitag einen offenen Brief an die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium der Stadt:

Warum mußte Ousman Sey sterben? Die Aufklärung vergessen, verschleppt, vertuscht?

Am 7. Juli starb Ousman Sey in der »Obhut« der Dortmunder Polizei – er hatte zweimal den Rettungsdienst für einen Transport in die Klinik gerufen, der hatte diese Fahrt zweimal verweigert, statt dessen war er von der Polizei ins Präsidium gebracht worden. Wenige Tage später erklärte die Staatsanwaltschaft Dortmund: »Es wird Wochen dauern, bis die Todesursache des ins Präsidium verbrachten Afrikaners medizinisch geklärt ist.«

Das »Linke Bündnis Dortmund – Parteilose Linke, DKP und SDAJ« hatte öffentlich nachgefragt: »Wird es auch Wochen dauern, bis geklärt ist, warum der kranke Mann nicht in die Klinik, sondern ins Präsidium ›verbracht‹ wurde? Wer führt diese Untersuchung?« Inzwischen sind zwei Monate verstrichen, ohne daß die Öffentlichkeit erfahren hat, ob und wie die Umstände des Todes von Ousman Sey geklärt worden sind, ob und welche disziplinarischen Untersuchungen mit welchem Ergebnis durchgeführt wurden, ob und welche Anzeigen staatsanwaltlich erstattet sind und juristisch wie verfolgt werden.

Wir fragen Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Dortmund: Kündigt sich hier ein Versuch an, den Tod eines Schwarzen vergessen zu machen, die Aufklärung der Umstände seines Todes zu verschleppen und eventuelle Schuld zu vertuschen? Wann und wie soll die Öffentlichkeit informiert werden? Nichts wird vergessen und niemand. Auch nicht das Sterben des Ousman Sey im Sommer 2012 in Dortmund.