Farbanschlag auf islamische Gemeinde

Offene Morddrohungsparole in Düren deutet auf rechte Täterschaft hin

Düren. Der Eingangsbereich einer islamschen Gemeinde in Düren wurde am Pfingstwochenende beschmiert. Darauf haben „Islamische Verbände jetzt hingewiesen. Die Parole: „NSU lebt weiter und ihr werdet die nächsten Opfer sein!!!“ “ kritzelten demnach in der Nacht von Samstag auf Sonntag (19. Mai) Unbekannte an die Wände.

Opfer des Farbanschlags war die marokkanische beziehungsweise die albanische islamische Gemeinde in Düren in der Josefstraße. Die dort angebrachte Parole, siehe Foto,  ist eine offene Morddrohung. Sie lässt keinen Zweifel daran, aus welcher politischen Ecke die Täter kommen.

Die Betreiber des Zentrums haben sofort nach der Entdeckung die Polizei informiert und Anzeige erstattet. Beamte waren am Pfingstsonntag vor Ort, haben Bilder gemacht und die Anzeige aufgenommen.

Ein schwacher Trost ist es, dass diese rassistische Schmiererei eine kurze Halbwertzeit hatte.

Trotz unserer kritischen Haltung gegenüber sämtlichen Religionsgemeinschaften verurteilen wir diesen Anschlag und stellen uns in dieser Situation solidarisch auf die Seite der Betroffenen. Dies haben wir den Menschen mitgeteilt.

Wir Antifaschisten fordern von der Polizei umfangreichere Ermittlungen als bisher in solchen Fällen. Die Täter müssen zügig ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden. Auf Polizei und Politik allein können wir uns erfahrungsgemäß diesbezüglich nicht verlassen. Das zeigen die Ereignisse um den NSU sehr deutlich. Teilweise haben die Sicherheitsorgane aktiv auf Seiten des NSU mitgemischt oder haben die Aufklärung behindert. Zur Aufklärung ist allerdings mehr politischer Druck von unten notwendig.

Der beste Schutz vor faschistischen Umtrieben sind starke örtliche antifaschistische Strukturen, die es in Düren aufzubauen gilt.

Dem Dürener „Bündnis gegen Rechts“ schlagen wir vor, kurzfristige eine öffentliche und solidarische Aktion vor Ort zu organisieren, an der wir uns als AntifaschistInnen selbstverständlich beteiligen.