„Volkstrauertag“ 2013 im Kreis Düren

Nur Opfer- keine Täter?

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Am 17.November 2013 nahmen 25 vorwiegend junge Menschen aus dem Umfeld der Antifa an einer Protestkundgebung gegen die Veranstaltung zum „Volkstrauertag“, teil. Besonders an diesem Tag wird Jahr für Jahr versucht, die Grenzen zwischen Opfer und Täter zu verwischen.

In seiner Ansprache zum „Volkstrauertag“ am 17.11.2013 in Vossenack betonte Landrat Spelthahn, dass das Gedenken an die Toten wichtig sei. Gerade angesichts zahlreicher Kriege und Konflikte in dieser Welt sei ein Tag, an dem die Erinnerung an die Toten wach gehalten werde von großer Bedeutung. „Krieg ist nie ein Mittel“, sagte er.

Diese Worte sprach er an den Gräbern von Menschen, vorwiegend Deutschen, welche sich an dem verbrecherischen Vernichtungs- und Eroberungskrieg des faschistischen Deutschlands, für die Interessen des Kapitals, beteiligt haben und dafür mit dem Leben bezahlen mussten. Unter diesen „Opfern“ befanden sich Generalfeldmarschall Model und Angehörige der „SS“.

Neben den Zuhörern marschierte wie jedes Jahr eine Abordnung der Bundeswehr auf. Jene Bundeswehr, welche sich seit Längerem direkt und indirekt grundgesetzwidrig an weltweiten Kriegen beteiligt. Diese Kriege werden wie gehabt im Interesse des Kapitals geführt. Einer dieser Krieger – Oberst Klein ist für das an Zivilisten verübte Massaker im afghanischen Kundus, bei dem ca 140 Menschen getötet wurden, verantwortlich. Statt zu Rechenschaft gezogen zu werden, wurde er kurz darauf befördert.

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Dies weist eindeutig darauf hin, dass die bitter notwendige Konsequenz aus zwei von deutschem Boden ausgegangenen verehrenden Weltkriegen, Nie wieder Krieg, bis heute nicht gezogen wurde.

In Anbetracht dieser Tatsachen ist die Ausrichtung des „Volkstrauertages“ als verlogen zu betrachten.

Der Protest der ca. 25 AntifaschistInnen richtet sich aber auch gegen die jährliche geduldete Teilnahme von bis zu 30 Faschisten aus dem Umfeld der „NPD“, der „Freien Kameradschaften“ und der Partei „Die Rechten“ an der offiziellen Veranstaltung des Kreises Düren im Rahmen des „Volkstrauertages“.

Wie im vergangenen Jahr ist es den AntifaschistInnen mit ihrem Protest gelungen, die bisher geduldete Teilnahme von Faschisten an der Veranstaltung zu verhindern. Der Versuch von Mitgliedern der faschistischen Partei „Die Rechte“ (ehemals „KAL“), an die offizielle Veranstaltung 2013 anzudocken, wurde in Anbetracht der Anwesenheit von AntifaschistInnen, vorzeitig abgebrochen.

Die Forderungen der AntifaschistInnen, Volkstrauertag abschaffen; nein zu Faschismus und Krieg; gegen Geschichtsrevisionismus; gegen deutsche Opfermythen, bleiben aus oben genannten Gründen auch in Zukunft aktuell.

http://www.huffingtonpost.de/nathan-warszawski-/friedensgedenken-auf-dem-_b_4295677.html