Gedanken zum 16.November- Jahrestag der Zerstörung Dürens

Am 16. 11. 1944 wurde Düren durch Bombenangriffe der Alliierten in Schutt und Asche gelegt. Viele Menschen starben oder wurden verletzt, traumatisiert, wohnungslos.Alles das war die Konsequenz des durch die Zustimmung wichtiger Banken- und Wirtschaftskreise möglichen Sieges der faschistischen Diktatur im Deutschland des Jahres 1933. Nationalistische Weltherrschaftspläne, rassistischer Größenwahn und Massenmord in den Konzentrationslagern, die Abschaffung der Demokratie und blutiger Terror gegen die Oppositionellen (Kommunisten, Sozialdemokraten, bekennende Kirche, aufrechte Demokraten) führten Deutschland und die Welt in die Katastrophe.

Die Lehren hießen damals: Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!

Im Westen kamen nach kurzer Zeit die alten Machteliten wieder in Amt und Würden. Die Macht der Förderer und Nutznießer der Faschisten aus Kreisen des Finanz- und Monopolkapitals wurde nicht gebrochen. Im Osten dagegen wurde die Macht der großen Konzerne und der Großgrundbesitzer gebrochen. UNO und KSZE entstanden und das Völkerrecht wurde weiterentwickelt. Die EU wuchs heran. Viele Menschen erkannten, dass die großen Menschheitsprobleme wie Armut, Hunger, Analphabetentum, Krankheiten, Umwelt- und Klimaprobleme, Energiewende, nur im Frieden lösbar sind.

Wo stehen wir heute, 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg?

Die Macht der Banken und Konzerne wurde vor 25 Jahren in ganz Deutschland wieder hergestellt. Wir sehen weltweit einen Abbau der Demokratie: Ungesetzliche Tötungen im Drohnenkrieg, jahrelange Einkerkerung ohne Gerichtsverfahren (Guantanamo), Selbstunterwerfung des Staates unter die Begehrlichkeiten einiger internationaler Großkonzerne und Banken (CETA und TTIP), Weltweite Ausschnüffelung privater Daten durch Geheimdienste, Abschaffung des Grundrechtes auf informationelle Selbstbestimmung und des Fernmeldegeheimnisses. Milliarden armer und arbeitsloser Menschen sehen keine Entwicklungsperspektiven, während die wenigen Reichen immer noch reicher werden. Die verbreitete Islamfeindlichkeit und die einseitige Unterstützung Israels im ungelösten Nahost-Konflikt bringen viele arabische Menschen gegen den Westen auf. Hunderte junger Männer ziehen aus Deutschland für die islamistische Terrorbande IS in den Krieg. Die Chance eines europäischen Wirtschaftsraumes von Lissabon bis Wladiwostok wird durch Wirtschaftssanktionen gegen Russland im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in der Ukraine verspielt, eine Neuauflage des Kalten Krieges herbeigeredet. Deutschland beteiligte sich am Bombenkrieg gegen die Republik Jugoslawien und stimmte der völkerrechtswidrigen Abspaltung des Kosovo von Serbien zu, lehnte aber das Referendum zugunsten der Abspaltung der Krim von der Ukraine ab. Kriege der USA ohne Mandat der UN wurden von deutschem Boden aus geführt. Bundespräsident Gauck spricht von größerer Verantwortungsübernahme Deutschlands und meint damit größere Bereitschaft, zu weltweiten Kriegen bei zu tragen und mehr Geld für Waffen und Militär auszugeben. Nationalistische Bewegungen sind weltweit im Aufschwung. Der Brandgeruch des Krieges rückt näher an uns heran.

Deshalb kann aus dem Ereignis vom 16.November nur die Lehre gezogen werden,

- sich verstärkt einzusetzen für Frieden, Abrüstung und zivile Konfliktbearbeitung, stopp der Waffenexporte;
- Freundliche Aufnahme von Flüchtlingen, Behandlungsmöglichkeiten für Kriegsverletzungen und -traumatisierungen;
- soziale Gerechtigkeit und Gesundheitsvorsorge weltweit und in Deutschland, Beschränkung der Macht der Banken und Großkonzerne;
- Zurückdrängen des Einflusses von Rechtsradikalen, Nationalisten und Militaristen;
- Weiterentwicklung des Völkerrechts und internationaler Organisationen wie der UNO;
- Schutz und Erweiterung demokratischer Rechte.

Erst wenn sich die kommunalen Politiker, die sich alljährlich am 16.November, skandalöser Weise vor dem Werk des Nazikünstlers Wamper, versammeln ernsthaft dafür einsetzen sind sie glaubwürdig.

Siehe auch: Hier