60 Jahre Bundeswehr sind kein Grund zum Feiern!

Am Samstag, den 13. Juni soll zum Bundeswehrjubiläum bundesweit der „Tag der Bundeswehr“ stattfinden. Im Kreis Düren will sich an diesem Tag das in Nörvenich stationierte „Boelcke-Geschwader“ mit einem „Tag der Offenen Tür“ präsentieren. An diesem Tag soll den Besuchern ein Teil der Mordwerkzeuge vorgeführt werden, mit dem die Bundeswehr sich seit Jahren grundgesetzwidrig und Völkerrecht brechend an weltweiten Kriegen beteiligt.

Die in Nörvenich stationierten Eurofighter sind dabei das Rückgrad der Luftwaffe für zukünftige Kriege. Im Krieg gegen Libyen ist der Eurofighter „erfolgreich“ von Großbritannien eingesetzt worden. Erfolgreich heiß in diesem Fall, dass in Libyen ohne Rücksicht auf Verluste völkerrechtswidrig ein missliebiges Regimes entmachtet wurde.

Unsere Kritik als Antifaschisten richtet sich bezüglich Nörvenich neben der Rolle der Bundeswehr allgemein speziell auch gegen das Traditionsverständnis welches sich aus dem Namen des in Nörvenich stationierten Geschwaders ableiten lässt.

Was die Namensgebung verrät:

Die Namensgebung des „Jagdbombergeschwaders 31 Boelcke“ befindet sich in einer verbrecherischen Traditionslinie.

Oswald Boelcke wurde am 19 Mai 1891 in Giebichenstein, heute Halle an der Saale geboren. Gestorben ist er am 28.Oktober 1916 bei Bapaume, Somme, Frankreich. Er war einer der bekanntesten deutschen Jagdflieger im Ersten Weltkrieg.Unmittelbar nach Boelckes Tod wurde die von ihm kommandierte Einheit in „Jagdstaffel Boelcke“ umbenannt.
Als 1935 unter Hermann Göring im Nazideutschland eine eigenständige Luftwaffe aufgestellt wurde, wurden die ersten Geschwader auf Befehl Adolf Hitlers unter anderem auch nach Oswald Boelcke benannt. So wurde eine Traditionslinie von der Fliegertruppe des 1. Weltkrieges zur Faschistischen Luftwaffe hergestellt. Teile des „Boelckegeschwaders“ aus Wunstorf waren unter anderem an der Bombardierung der Stadt Guernica (Spanien)und der Stadt Warschau (Polen) maßgeblich beteiligt. Die Kaserne in Koblenz, in der Boelcke 1911 seinen Militärdienst begann, wurde von den Faschisten 1938 ebenfalls in Boelcke-Kaserne umbenannt. Die Luftwaffe benannte eines ihrer Flugsicherungsschiffe „Boelcke“.

Die Verherrlichung und Glorifizierung Boelckes in Düren zur Zeit des Faschismus

Zu seinem 17. Todestag am 28.10.1933 sagte der damalige Chef des Feldflugwesens im Tagesbefehl etwa: „Solange es deutsche Flieger geben wird soll dieses Tages in Ehren gedacht werden.“ Die Kreisabteilung Düren im deutschen Luftsportwesen hat das Vermächtnis der alten Fliegertruppe übernommen und wird sich mit den Kameraden der Armee des alten und des neuen Reiches zusammenfinden um dieses Tages würdig zu gedenken.

Die Dürener Nazi-Sportgruppe hat an diesem Tag ein Segelflugzeug auf den Namen Boelcke getauft. In der Nazipostille „Westdeutscher Beobachter“ steht in einem Artikel über diese Taufe:“ Noch stets wurden in Deutschland die Opfer des Krieges zur Saat für die kommende Generation“. Sechs Jahre später ging diese Saat mit dem von faschistischen Deutschland vom Zaun gebrochenen Zweiten Weltkrieg auf. Folgen, auch für Düren, sind hinlänglich bekannt.

Und nach 1954

Die Luftwaffe der Bundeswehr hat mit dem „Jagdbombergeschwader 31 Beolcke“ in Nörvenich auch eine Einheit nach ihm benannt. Die zum Geschwader gehörende Kaserne in Kerpen heißt Boelcke-Kaserne und liegt an der Boelckestraße.Somit wurde offensichtlich die Traditionslinie von den Fliegern des 1.Weltkrieges über die Flieger der faschistischen Wehrmacht (2.Weltkrieg) zu den Fliegern der Bundeswehr hergestellt. Auch hier ist die Saat mit der Beteiligung der Bundeswehr an weltweiten Kriegen offensichtlich aufgegangen.
Es ist ein Skandal, dass ein Jagdbombergeschwader in Nörvenich, die Kaserne in Kerpen und auch eine Straße dieser Stadt Jahrzehnte lang einen Namen trägt, welcher derartig historisch belastet ist und tief verwurzelt in der Elite der Nazi´s eine tragende Rolle spielte.

Wir sagen: Sechzig Jahre Bundeswehr sind sechzig Jahre zu viel und kein Grund zum feiern!

Unser langfristiges Ziel ist die Abschaffung der Bundeswehr. Kurzfristig fordern wir.
- Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr
- Drastische Reduzierung der Ausgaben für die Bundeswehr zugunsten sozialer Projekte
- Keine Neuanschaffungen von Kriegsgeräten für die Bundeswehr
- Auf lokaler Ebene fordern wir die sofortige Änderungen von Straßennahmen sowie die Namen von Plätzen und Einrichtungen in der Stadt und im Kreis Düren, die wie zum Beispiel der Name von Boelke für Faschismus/Militarismus stehen.

Mehr Infos zum „Tag der Bundeswehr: Mordsspektakel