Archiv für September 2016

Mob in Feierlaune

Vor dem Festakt zum »Tag der Deutschen Einheit« explodierten Sprengsätze vor einer Moschee und dem Internationalen Kongresszentrum in Dresden
Von Claudia Wangerin

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Auf der Facebook-Seite »Fatih Moschee Dresden« wurden bereits um 0.50 Uhr Fotos von dem Angriff gepostet
Foto: REUTERS/Tobias Schlie

In wenigen Tagen sollen in Dresden die zentralen Feierlichkeiten zum »Tag der Deutschen Einheit« stattfinden – am 3. Oktober vor 26 Jahren war es vorbei mit dem »verordneten Antifaschismus«, der technisch primitiven Überwachung und den sozialen Errungenschaften der DDR. An Sicherheitsvorkehrungen für das Spektakel zum Jahrestag des Anschlusses wird nicht gespart: Sogar den Versuch eines islamistischen Terroranschlags mit einem Lastwagen hat der Freistaat Sachsen einkalkuliert, daher ließ er ab Freitag Betonblöcke am Königsufer verlegen. Die rund zwei Tonnen schweren Steine sollen nach dem Attentat in Nizza Vergleichbares in Dresden verhindern. (mehr…)

„Es reicht“

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DORTMUND Eine Demonstration mit über 2000 Teilnehmern gegen rechtsextreme Gewalt ist am Samstagnachmittag durch die Nordstadt bis zur Reinoldikirche in der Innenstadt gezogen.

Ein Videomitschnitt: https://youtu.be/yXEf_FVSqeI

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Die dümmste Terrorgruppe

Mordszenarien im Chat
»Oldschool Society«-Prozess: Ein früheres Gruppenmitglied soll Pole gewesen sein. Nach einem Streit malte sich ihr »Geheimrat« aus, wie er sterben sollte

Von Sebastian Lipp

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Prozessstart gegen die OSS-Führungsriege am 27. April in München
Foto: REUTERS/Michaela Rehle

Im Münchner Prozess gegen vier Führungsmitglieder der neonazistischen »Oldschool Society« (OSS) sind am Donnerstag sadistische Mordszenarien zur Sprache gekommen, die der »Geheimrat« der Gruppe im »Telegram Messenger«-Chat erörtert hatte. Beraten wurde dort Ende Dezember 2014 über die Hinrichtung eines »Kameraden« mit dem Namen »Kühner Peter«. Beteiligt waren offenbar die vier Angeklagten und zwei weitere Mitglieder, das Chatprotokoll wurde am Donnerstag vom Oberlandesgericht München verlesen. »Peter« war zuvor in OSS-Kreisen das Deutschsein abgesprochen worden – er sei Pole. Daraufhin hatte er die Angeklagte Denise Vanessa G. beleidigt, worauf wechselseitige Drohungen folgten. (mehr…)

»Es gab in vergangener Zeit eine Kette rechter Gewalt«

Antifaschisten wollen mit neuer Kampagne gegen starke Neonaziszene in Dortmund mobil machen.
Gespräch mit Jens Jaschik
Interview: Markus Bernhardt

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Foto: Roland Weihrauch/dpa-Bildfunk

Jens Jaschik ist Landessprecher der Linksjugend solid in Nordrhein-Westfalen und Mitglied der »Sozialistischen Alternative« (SAV)

Demonstration »Es reicht!«: Sonnabend, 24. September, 13 Uhr, Dortmund Hauptbahnhof (Nordausgang/Steinwache)

Für Sonnabend, den 24. September, mobilisieren verschiedene Organisationen, Parteien und Gewerkschaftsgliederungen zu einer großen Demonstration nach Dortmund. Diese steht unter dem Motto »Es reicht – rechte Gewalt stoppen«. Was ist der aktuelle Anlass? (mehr…)

Cops → Copy Paste → Content

Der Fall Bautzen: Wenn das Abschreiben von Polizeimeldungen als „Journalismus“ gilt, läuft etwas gehörig schief.

Lower Class Magazine
16.9.2016

Generell steht es um kritischen Journalismus in unserem Land schlecht: Freelancer werden mies bezahlt, in den Redaktionsstuben gilt das Um- und Abschreiben von dpa– oder reuters-Meldungen als billige Alternative zum Aufbau eines Korrespondenten-Netzes und bisweilen kann man, liest man mehrere Presseerzeugnisse zum selben Thema, den Eindruck gewinnen, da schreibe jeden Morgen ein und derselbe bienenfleißige Überjournalist mehrere hundert Artikel.

Die Kombination aus Einsparungen und der permanenten Erziehung zur Konformität haben in der deutschen Medienlandschaft eine – freundlich ausgedrückt – allgemein eher unkritische Mentalität entstehen lassen. Die zeigte sich in all ihrer Ekelhaftigkeit in den vergangenen zwei Tagen in Bestform: In Bautzen, wo vor nicht allzu langer Zeit jubelnde Anwohner Löscharbeiten an einem brennenden Flüchtlingsheim behinderten, gingen deutsche Neonazis begleitet von jenen, die gern welche werden wollen, auf Ausländerjagd. (mehr…)

Über 300.000 gegen CETA und TTIP

Bundesweite Proteste gegen geplante Handelsabkommen. SPD und EU-Kommission beharren auf Durchsetzung von Konzerninteressen
Von Simon Zeise

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In Köln nahmen zahlreiche Bauern mit ihren Traktoren an der Demonstration teil

Breite Ablehnung gegen die geplanten Handelsabkommen der Europäischen Union mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) manifestierte sich am Sonnabend. Dutzende Organisationen vom Deutschen Gewerkschaftsbund, über ATTAC, bis zu Verbraucherschutzorganisationen und Sozialverbänden hatten zum Protest gegen den Ausverkauf sozialer und demokratischer Standards aufgerufen. Nach Angaben der Veranstalter demonstrierten rund 320.000 Menschen in sieben deutschen Städten. Auch in vier österreichischen Städten folgten Zehntausende dem Aufruf, darunter 10.000 Menschen in Wien und 7.000 in Linz. Allein in Berlin protestierten 70.000 gegen die zunehmende Macht global agierender Konzerne, 65.000 gingen in Hamburg auf die Straße, 55.000 waren es in Köln, 50.000 in Frankfurt am Main, 40.000 in Stuttgart, 25.000 in München und 15.000 in Leipzig. (mehr…)

Gabriel: »TTIP ist tot!«

Da lachen selbst die Chlorhühner

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Foto: EXPA/Michael Gruber/dpa-Bildfunk/jW-Montage (mehr…)

Hetzjagd durch Bautzen

Gewalt zwischen Neonazis und Flüchtlingen. Polizei geht mit Pfefferspray und Schlagstock auf Asylbewerber los, lässt rechte Angreifer laufen
Von Susan Bonath

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Seit Tagen eskalieren Auseinandersetzungen am Bautzener Kornmarkt: Polizeieinsatz am vergangenen Sonnabend
Foto: Xcitepress/dpa- Bildfunk (mehr…)

11. Setember 1973

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Kein vergessen

Mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen hat Chile am Sonntag (Ortszeit) an den 43. Jahrestag des Putsches gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende erinnert. Staatschefin Michelle Bachelet, die selbst vor der Diktatur fliehen musste und Zuflucht in der DDR fand, legte einen Kranz am Präsidentenpalast La Moneda nieder, in dem Allende von den Putschisten ermordet worden war. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich an dem traditionellen Marsch aus dem Stadtzentrum zum Hauptfriedhof, auf dem zahlreiche Opfer des Militärregimes beigesetzt sind. Am Rande des Zuges kam es zu Auseinandersetzungen zwischen einigen hundert Demonstranten und der Polizei.

Am 17. September erneut auf die Straße gegen CETA & TTIP!

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Jetzt geht es in die entscheidende Phase! Der Trägerkreis aus 30 Organisationen ruft zu bundesweiten Großdemonstrationen gegen CETA und TTIP auf – am 17. September zeitgleich in 7 Städten. Gemeinsam werden wir ein klares Signal für einen gerechten Welthandel setzen.

Weitere Infos: hier

Infos für Köln: hier

Treffpunk für Düren zur gemeinsamen Fahrt nach Köln: 10.30 Uhr am Bahnhof in Düren (Haupteingang)