Rechtsextreme Parolen und Übergriffe bei AfD-Veranstaltung in Jena

Bei einer Wahlkampfveranstaltung der AfD in Jena kam es zu Angriffen auf Gegendemonstranten. Die Landtagsabgeordnete Katharina König (Linke) wurde beleidigt und attackiert. Rechtsextreme skandierten: „Wir bauen eine U-Bahn bis nach Auschwitz“.

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Polizisten trennte AfD-Anhänger und Protestierer in Jena.Quelle: dpa

Jena/Leipzig. Mehr als 1000 Menschen haben am Dienstagabend in Jena friedlich gegen eine Kundgebung der AfD demonstriert. 200 bis 300 AfD-Anhänger waren gekommen, um Spitzenkandidatin Alice Weidel und Stephan Brandner, Thüringer Spitzenmann für die Bundestagswahl, zuzuhören. Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot brachen die AfD-Anhänger zwischen den Reden zu einem „Spaziergang“ durch die Innenstadt auf.

Dabei kam es zu einzelnen Übergriffen. Die Landtagsabgeordnete Katharina König (Linke) wurde beleidigt und attackiert. Zwei Teilnehmer der Demonstration, die AfD-Flaggen hielten, skandierten: „Wir bauen eine U-Bahn bis nach Auschwitz“ sowie „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“. Ordner nahmen ihnen kurzzeitig die Fahnen ab. Sie sollen zur rechtsextremen Thügida gehören. In seiner Rede attackierte Brandner die Gegendemonstranten und den politischen Gegner mit scharfen Worten. Er suggerierte unter anderem Inzest und Sodomie bei den AfD-Gegnern. Zwischendurch störte ihn der Polizeihubschrauber: „Kann den mal einer abschießen?“, fragte Brandner. Seine Anhänger jubelten, als er ausrief: „Wir werden zweitstärkste Fraktion im Bundestag!“

Weidel, die direkt nach ihm sprach, äußerte sich vergleichsweise vorsichtig: „Wir werden eine starke drittstärkste Kraft im Bundestag“, rief sie. In ihrer Rede sprach sie die Punkte an, mit denen sie zurzeit im Wahlkampf-Endspurt überall durch die Lande tourt: Sie fordert einen „Merkel-Untersuchungsausschuss“, wettert gegen die „Enteignung der Sparer“, will eine Einschränkung des freien Bargeldverkehrs verhindern und Migration durch ein Einwanderungsgesetz regeln. Weidel sprach sich gegen Familiennachzug von Flüchtlingen aus.

Wie auf vielen Veranstaltungen forderte sie die Teilnehmer auf, Nachrichten mit den Begriffen „Mann“ und „Messer“ zu googeln, um so eine Gefährdung der inneren Sicherheit durch Migranten zu suggerieren. Passend dazu hielten Gegendemonstranten ein Schild mit der Aufschrift „Habt keine Angst“ hoch. Fragen nach der am Wochenende aufgetauchten Mail beantwortete Weidel übrigens konsequent nicht.

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