Rechter »Frauenmarsch« gestoppt

Berlin: Antifaschisten blockieren AfD-Frauen, Rocker und Pegida-Aktivisten

Ein rechter »Frauenmarsch« zum Kanzleramt, in den sich auch zahlreiche Männer wie der Dresdner Pegida-Gründer Lutz Bachmann eingereiht hatten, ist am Samstag in Berlin von mindestens 1.500 Gegendemonstranten gestoppt worden. Zu dem »Frauenmarsch« aufgerufen hatte Leyla Bilge, Mitarbeiterin des AfD-Bundestagsabgeordneten Ulrich Oehme und selbst Parteimitglied. Die zum Christentum konvertierte Kurdin war bereits als Moderatorin einer Konferenz des rechten Revolverblatts Compact von Jürgen Elsässer aufgetreten. Nach Polizeiangaben konnten die Rechten etwa 450 Personen zur Auftaktkundgebung in Berlin-Kreuzberg mobilisieren. Die Teilnehmer, darunter auch einige Rocker, die sich als Beschützer deutscher Frauen und Mädchen anboten, machten Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik für sexualisierte Gewalt und insbesondere für den Mord an einer 15jährigen im rheinland-pfälzischen Kandel durch ihren afghanischen Exfreund verantwortlich. Dazu wurden Reden gehalten und mehrere Deutschlandfahnen geschwenkt.

Zu den Gegenaktionen war unter dem Motto »Unser Feminismus bleibt antirassistisch« aufgerufen worden. Dem folgten Antifagruppen, Mitglieder der Partei Die Linke sowie der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos sowie kommunistischer Gruppen und andere, die sich im Bündnis »Aufstehen gegen Rassismus« und dem »Berliner Bündnis gegen Rechts« engagieren. Unter den Teilnehmern war auch der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele.

Während die Polizei die Zahl von 1.500 Teilnehmern an den Gegenprotesten nannte, sprachen die Organisatoren von mehr als 3.000, da sich an mehreren Abschnitten der Route Menschen versammelt hatten. Parolen wie »Nazis raus« und »Haut ab« wurden gerufen. Neben Plakaten und Transparenten, die sich allgemein gegen die AfD und rechte Bewegungen richteten, wurden auch solche gezeigt, die auf das antiquierte Frauenbild der Partei und deren Agitation gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbruch eingingen.

Letztendlich fanden sich trotz der Blockade noch rund 300 AfD-Anhänger zu der geplanten Abschlusskundgebung vor dem Kanzleramt ein. Auch dort gab es Zwischenrufe von Gegendemonstranten. (AFP/jW)


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