Prügelpapst des Tages: Hartmut Dudde

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Spätestens seit Gustav Noske im Frühjahr 1919 in Berlin revoltierende Arbeiter zusammenschießen ließ, weiß man bei der Sozialdemokratie, auf wen man beim Kampf gegen »die Bolschewisten« setzen kann. »Ohne Skrupel«, erklärte der damalige Reichswehrminister, akzeptiere er »jeden Offizier, egal welcher Gesinnung«, solange dieser in der Lage sei, »eine einsatzbereite Truppe aufzubauen und zu führen«. Hamburgs SPD beherzigt diesen Grundsatz bis heute. Als Olaf Scholz 2011 Erster Bürgermeister der Hansestadt wurde, dachte er gar nicht daran, die unter dem gnadenlosen Innensenator Ronald Schill herangezüchteten Hardliner unter den Polizeiführern auszuwechseln. Im Gegenteil. Sie machten Karriere, allen voran Hartmut Dudde. Am Montag meldete die Welt (Onlineausgabe), Dudde übernehme die Leitung der neuen Schutzpolizei, zu der zahlreiche Dienststellen fusioniert werden.

Was lernen wir daraus? Sein Versagen bei der Gesamteinsatzführung während des G-20-Gipfels hat Dudde nicht geschadet. Offenbar war man bei Polizei und Senat zufrieden mit seiner Arbeit. Schon als Leiter der Bereitschaftspolizei hat der Mann nie ein Hehl daraus gemacht, was er vom Demonstrationsrecht hält: gar nichts. Mit seinem Kumpel Peter Born, dem inzwischen pensionierten Polizeidirektor und Gesamteinsatzleiter, mobbte er moderate Kollegen weg und setzte seine »Hamburger Linie« durch – Knüppeln statt Deeskalieren. Wenn Dudde »schwarzer Block« hört, sieht er rot. Er ist spezialisiert aufs brutale Auflösen, sprich Auseinanderprügeln friedlicher Demos. So geschehen etwa im August 2009 im Stadtteil Moorburg oder im Dezember 2013 vor dem linken Kulturzentrum Rote Flora im Schanzenviertel. G 20 war dann sozusagen Duddes Opus magnum. Diesem Mann die Schutzpolizei anzuvertrauen, das ist so, als würde man ein brennendes Streichholz in einen Benzintank werfen.


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