Archiv für Mai 2018

GANZ BERLIN WILL DIE AFD VERHINDERN

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Wenige Demonstrationen sind in den letzten Jahren in Berlin schon im Vorfeld auf soviel Gegenwind gestoßen, wie die der AfD am 27.05. Das Maxim Gorki Theater, die Sophiensäle, das Theater im Delphi, das ://about blank, Buttons, Cassiopeia, das Fusion Festival, Gegen, Audiolith, der Boilerroom, DGB Jugend, Verdi, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Querverlag und die Berliner SPD: Eine vollständige Liste der Clubs, Partys, Organisationen und Institutionen die zum Protest gegen die Rechtspopulisten aufrufen, könnte diesen Artikel sprengen.

Von Stefan Lauer

10.000 Menschen will die AfD am Sonntag in Berlin auf die Straße bringen. Das und noch mehr könnte sie tatsächlich schaffen. Allerdings unfreiwillig. Denn schon jetzt ist absehbar, dass die große Mehrheit der Menschen, die am Sonntag in Berlin demonstrieren, nicht für Rassismus, Vorurteile und Angst auf die Straße gehen werden, sondern ein Zeichen gegen den rechten Aufmarsch setzen wollen. Insgesamt 13 Gegenveranstaltungen sind angemeldet worden.

Mindestens vier großen Gegendemonstrationen sind dabei, bei denen Teilnehmer_innen ihrem Protest Ausdruck gegen die Rechtspopulist_innen verleihen. Dabei ist das Angebot so bunt, wie die AfD es nicht ist: Techno, Glanz, Kultur, Politik und sehr viel mehr erwartet die Hauptstadt.

Das sind nur vier der Demos am Sonntag:

STOPPT DEN HASS! STOPPT DIE AFD!

In acht Sprachen fordern die Initiator_innen dieser Demonstration dazu auf, auf die Straße zu gehen: „Ein Aufmarsch der AfD in Berlin ist ein Angriff auf alle, die für eine vielfältige und offene Gesellschaft stehen! Dem Hass der AfD darf kein Platz eingeräumt werden!“ Bisher haben auf Facebook schon über 8.500 Gäste ihr Kommen nagekündigt. Zur Demo rufen hier – neben sehr vielen anderen – zum Beispiel der Landesverband der Grünen in Berlin auf, die Berliner Kreisverbände der Partei, das Berliner Bündnis gegen Rechts, die DGB Jugend, die Evangelische Jugend Neukölln, die Jusos Berlin, der Querverlag und sehr, sehr viele mehr.

Treffpunkt: Platz der Republik (direkt am Reichstagsgebäude)

Uhrzeit: 11:30 Uhr


AFD WEGBASSEN – RECLAIM CLUB CULTURE AGAINST NAZIS

Berlin ist immer noch Techno-Hauptstadt mit einigen der besten und innovativsten Clubs weltweit. Wenig überraschend sind Betreiber_innen von Clubs und Partys in der Regel weltoffene, tolerante und lebensbejahende Menschen. Eigenschaften die man den AfD-Demonstranten jetzt wirklich nicht unterstellen will. Dutzende Clubs und Veranstalter_innen haben sich für diese Demo zusammengetan, um mit einer riesigen Open-Air-Party den Rechtspopulisten einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dabei sind unter anderem: ://about blank, audiolith, Buttons, Pornceptual, fiese Remise, Gegen, Fusion Festival, GMF, Gretchen, Kater Blau, Möbel Olfe, Ohm und Dutzende mehr. Die Veranstalter_innen schreiben in ihrem Aufruf: „Berlins Clubkultur ist alles, was die Nazis nicht sind und was sie hassen: Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner. Auf unseren Dancefloors vergesellschaften sich Menschen mit unbegrenzten Herkünften, vielfältigsten Begehren, wechselnden Identitäten und gutem Geschmack. Demgegenüber verkörpern AfD und Pegida ein repressives, heteronormatives, antifeministisches und rassistisches Bild von Gesellschaft. Ihr Ziel ist die völkische Formierung, die Rekonstituierung nationalistisch-homogener Staaten und die Stigmatisierung von allen, die nicht dazugehören sollen. Sie wollen am 27. Mai ihre menschenfeindliche Ideologie zum Kanzlerinnenamt tragen, um den Druck von Rechtsaußen aufrechtzuerhalten und zu verstärken. Sichtbare Merkmale dieser Strategie sind die Verschärfungen der Regierungspolitik gegen Geflüchtete, die Aufrüstung der sog. Inneren Sicherheit und – als Gipfel der Geschmacklosigkeit – das Heimatministerium. Dieser Zustand ist nicht tanzbar. Deshalb wird unsere Party ihren Aufmarsch crashen. Wir laden die Berliner Feierszene zur Afterhour – den AfD-Aufmarsch wegbassen!“

Treffpunkt: Wird noch bekannt gegeben

Uhrzeit: 12 Uhr

GLÄNZENDE DEMONSTRATION

Berlin kann allerdings auch mehr als Clubs und Techno, auch Hochkultur ist in der Haupstadt zuhause. Ganze Häuser, wie zum Beispiel das Maxim Gorki Theater oder Hebbel am Ufer (Hau), Künstler_innenkollektive, Theaterzentren und Hochschulen haben sich in der Initiative „DIE VIELEN“ zusammengeschlossen: „DIE VIELEN ist ein Zusammenschluss von Künstler*innen, Ensembles und Akteur*innen der freien darstellenden Künste. Theater und Kunst machen heißt für DIE VIELEN, an einer Gesellschaft zu arbeiten, die sich aus Menschen aller Hautfarben und Geschlechtervariationen, vieler sexueller Orientierungen, unterschiedlichster Bedürfnisse und Fähigkeiten, aus Gläubigen und Nicht-Gläubigen zusammensetzt und auf deren Gleichberechtigung beruht.“

Die Macher_innen wollen, das Berlin so weltoffen, tolerant und kreativ bleibt, wie es ist. Das geht nicht mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus: “ Aus diesem Grund gehen wir am 27. Mai zusammen mit zahlreichen antifaschistischen und demokratischen Initiativen auf die Straße und rufen zu einer glänzenden Demonstration der Künste innerhalb der Gegenproteste auf. Wir laden alle Kolleg*innen aus den Künsten und darüber hinaus alle, die sich für eine starke Demokratie, für eine diverse und solidarische Gesellschaft einsetzen wollen, ein, uns zu begleiten und diesen Aufruf zu unterstützen und zu verbreiten.

Wenn die AfD gemeinsam mit Rechtsextremen versucht, die Straßen Berlins für sich zu reklamieren, werden wir dagegenstehen – und gleichzeitig für eine Gesellschaft einstehen, die sich nicht abschottet.“

Treffpunkt: Volkspark am Weinberg

Uhrzeit: 11 Uhr

WE STAY UNITED – ANTIRACIST PROTEST AGAINST THE AFD // WITH MUSI

Thema auf dieser Demo wird vor allem Antirassismus zum Thema sein: „Wir lassen uns unser Berlin nicht wegnehmen. Wir sind diejenigen, gegen die die Rechten hetzen und die von ihnen angegriffen werden. Daher gehen wir am 27.05 gemeinsam mit 100 anderen Gruppen und Initiativen auf die Straße, um für unser Vorstellungen von einer Gesellschaft der Vielen, lauthals einzustehen. Wir sind das Gegenkonzept zur AFD, das Gegenkonzept zu Rassismus und Nationalismus. Wir kämpfen für ein solidarischen Miteinander, offene Grenzen und gleiche Rechte für Alle! Wir sind die Geflüchteten, die Migrant*innen und die Solidarischen, die gemeinsam dafür einstehen, dass Berlin antirassistisch und weltoffen bleibt.“

Treffpunkt: Bertholt-Brecht-Platz

Uhrzeit: 12 Uhr

Infos der berliner Antifa: https://www.antifa-berlin.info/

Faschist darf Führer spielen

Enquetekommission unter Vorsitz von AfD-Landeschef Poggenburg macht in Sachsen-Anhalt gegen »Linksextreme« mobil. CDU als Steigbügelhalter
Von Susan Bonath

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Die Ähnlichkeit mit Posen verstorbener Personen ist reiner Zufall: André Poggenburg, für die AfD in Sachsen-Anhalts Landtag
Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/picture alliance (mehr…)

Immer ein Stückchen weiter

Palmer, Dobrindt und Lindner sind Brandstifter. Sie machen Rassismus salonfähig. Wir müssen uns darauf konzentrieren, nicht auf Sprachkritik.

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Das Tückische an den Brandstiftern ist, dass sie sanftpfötig daherkommen (mehr…)

»Ellwangen war eine Inszenierung«

Die Stürmung einer Flüchtlingsunterkunft in Baden-Württemberg diente der Verschärfung des Law-and-Order-Diskurses. Gespräch mit Michael Ramminger
Interview: Kristian Stemmler

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Martialisches Auftreten: Vermummte Beamte rückten in großer Zahl nach Ellwangen aus – wohl um den Eindruck einer besonderen »Gefährlichkeit« der Geflüchteten zu erwecken (mehr…)

Präsident der Atomindustrie

Umweltverbände protestieren gegen die Verleihung des Karlspreises an Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron. Schrottreaktoren sollen schließen
Von Juliane Dickel


Macron ins Wort gefallen: Demonstranten skandierten »Stop Tihange« vor der Preisverleihung in Aachen (10. Mai)
Foto: Schostal
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Gewalttätig war nur die Polizei

Ellwangen: Nach Großrazzia in ihrer Unterkunft demonstrieren Geflüchtete und schildern die Ereignisse aus ihrer Sicht
Von Kristian Stemmler

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Rund 200 Menschen beteiligten sich an der Demonstration am Mittwoch in Ellwangen. »Wir sind Flüchtlinge, keine Kriminellen«, ist auf dem großen Transparent zu lesen
Foto: Sina Schuldt/dpa (mehr…)