1. September Antikriegstag

17.45 Uhr Kundgebung am Elisenbrunnen mit anschließender Demonstration
19.00 Uhr Verleihung des Aachener Friedenspreises in der Aula Carolina

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Der 1. September ist Antikriegstag. Alljährlich erinnern wir an diesem Tag an das millionenfache Leid, welches durch die beiden Weltkriege und den Faschismus verursacht wurde. Der 2. Weltkrieg ging am 1. September 1939 von deutschem Boden aus. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Gegner von Faschismus und Krieg von den Faschisten massiv verfolgt und konnten nur noch in der Illegalität, verbunden mit Gefahr für Leib und Leben tätig sein . Nie wieder Faschismus-Nie wieder Krieg sollten die Lehren sein. Beides ist bis heute nicht gesichert. Von deutschem Boden geht seit Jahren nicht Frieden, sondern Krieg aus. Auch faschistischen Ideen greifen immer mehr um sich. Mit der AfD sitzt eine rassistisch bis faschistische Partei in den meisten Parlamenten und findet immer mehr Zuspruch.

Auch in diesem Jahr gibt es zum Antikriegstag Veranstaltung in unserer Nähe (in Aachen), die die Forderung Nie wieder Faschismu-Nie wieder Krieg in die Öffentlichkeit tragen. In Aachener findet am Elisenbrunnen eine Kundgebung (17:45h) und anschließend eine Demonstration der Friedensbewegung statt. Wer Interesse hat, ist danach gerne eingeladen, an der Verleihung des Aachener Friedenspreises teilzunehmen, die um 19 Uhr in der Aula Carolina beginnt. Als Laudator für die diesjährigen Preisträger konnten Hans-Christian Ströbele gewonnen werden.

Aachener Friedenspreis geht 2018 nach Berlin und Kolumbien

Auch 2018, in einer Welt voller Krisen, Konflikte und Konfrontationen, ist der Aachener Friedenspreis noch immer nicht überflüssig geworden. Aus vielen preiswürdigen Initiativen, die sich mit engagierter Friedensarbeit diesen Missständen entgegenstellen, wählten die Mitglieder des Aachener Friedenspreis e.V. in diesem Jahr zwei ganz besondere Gruppierungen aus. Ausgezeichnet werden das Peng!-Kollektiv aus Berlin und die Organisation Concern Universal Colombia, insbesondere Geschäftsführerin Siobhan McGee und Programmleiter Jaime Bernal.

Das Peng! Kollektiv ist seit einigen Jahren „under Cover“ aktiv und taucht immer wieder mit mutigen, kreativen und humorvollen Aktionen im Internet und den Medien auf. Zur Gruppe gehören Künstler*innen, Aktivist*innen, Handwerker*innen und Wissenschaftler*innen. In ihrer Selbstdarstellung beschreiben sie ihre Arbeit als „explosives Gemisch aus Aktivismus, Hacking und Kunst im Kampf gegen die Barbarei unserer Zeit“.

Ziviler Ungehorsam ist, wie bereits bei der letztjährigen Preisträgerinitiative JunepA, auch für Peng! die Devise: Sie infiltrieren Veranstaltungen mit falschen Identitäten, starten fake-Kampagnen und führen mit künstlerisch hohem Anspruch die Öffentlichkeit an der Nase herum. So prangern sie Ungerechtigkeiten an und entlarven politische Absurditäten. Das Kollektiv sieht sich als Gegenspieler der Werbeagenturen großer Konzerne. Überall, wo sich hinter hochglänzenden Fassaden dreckige Geschäfte verstecken und wo es Selbstdarstellungen, beispielsweise von Rüstungskonzernen oder der Bundeswehr geradezurücken gilt, müssen sich große Player vor Peng! in Acht nehmen.

Die Aktivitäten des Kollektivs erstrecken sich durch viele Politik- und Wirtschaftsbereiche. So nahm Peng! schon Hartz IV, skrupellose Vermieter*innen, das Deutsche Wahlrecht und die AFD aufs Korn. Ein klarer Schwerpunkt liegt aber auf Frieden. So startete Peng! eine vermeintlich aus der CDU-Basis initiierte Kampagne gegen Kleinwaffenexporte, verkündete den Rückruf aller Heckler & Koch Waffen in den USA, verlieh den Friedenspreis der Waffenindustrie an einen hochrangigen Rüstungsmanager und warnte mit einer Mock-up-Website mit einer zum verwechseln ähnlichen Adresse wie die einer Bundeswehr-Werbeseite vor den Gefahren des Krieges und der Deutschen Auslandseinsätze.

Die Verleihung des Aachener Friedenspreises an das Peng! Kollektiv soll die Aktivist*innen in ihrer Arbeit bestärken und möglichst viele Menschen zum Nachahmen und Mitmachen animieren. Mehr über die oftmals bitterbösen Satireaktionen findet sich auf der Internetseite des Peng! Kollektivs unter https://pen.gg/de/

Siobhan McGee aus Wales und Jaime Bernal aus der Kolumbianischen Stadt Mariquita sind als Geschäftsführerin und Programmleiter die treibende Kraft hinter dem Projekt Concern Universal Colombia. Die Entwicklungshelferin und der Lehrer lernten sich in den 1980er Jahren in einem Projekt in der Stadt Guayabal kennen. Sie arbeiteten mit Menschen, die aus der durch eine Vulkankatastrophe völlig zerstörten Stadt Amero geflüchtet waren. In einem von Geflüchteten gegründeten und auch von vielen amnestierten Guerilleros bewohnten Stadtteil bauten sie gemeinsam Friedens- und Gemeinwesenarbeit auf, nachdem es zu Konflikten zwischen Geflüchteten und der angestammten Bevölkerung gekommen war.

Ziel von Concern Universal ist bis heute, das friedliche Zusammenleben zu fördern und die Lebensbedingungen für alle Menschen zu verbessern. Siobhan und Jaime, auch privat ein Paar, sind überzeugt, dass nur durch Gerechtigkeit tragfähiger Frieden auf allen Ebenen möglich ist – niemals von oben herab, immer mit den Menschen. Sie initiierten den Aufbau von Kinderbetreuung, Seniorenbildung, Kleinstbetrieben, politische Bildung zu den Themen Menschenrechte, Frauenrechte und Kinderrechte sowie Bildungs- und Beratungsangebote für junge Männer, die zum Militärdienst eingezogen werden sollten. Diese Projekte werden mit großem Einsatz und Engagement von den inzwischen fast 100 Mitarbeitenden begleitet. Seit 1998 leisteten auch 18 Freiwillige aus Deutschland dort ihren Dienst für Frieden und Versöhnung.

Concern Universal Colombia arbeitet inzwischen in vielen Stadtteilen Ibagués und in der gesamten Provinz Tolima. Ein neuer Schwerpunkt ist die Arbeit mit Indigenen Gruppen im Süden der Provinz, deren Kultur auszusterben droht und die immer mehr unter Druck geraten. Seit der Unterzeichnung des Friedensvertrages mit der FARC hat die Arbeit von Concern Universal eine besondere Bedeutung. das Land befindet sich in einer Postkonfliktphase und die Umsetzung des Friedensvertrags wird seitens der Regierung nur schleppend betrieben. Der Staat ist in vielen Regionen Kolumbiens nicht anwesend, um Menschen zu beschützen. Allein im Jahr 2017 wurden weit über 100 Menschenrechtsaktivist*innen getötet. Jaime Bernal beteiligt sich auf Provinzebene (Friedenstisch – Mesa por la paz) und auf nationaler Ebene (Nationales Netzwerk in Demokratie und FriedenRed Nacional en Democratia y Paz) aktiv am Friedensprozess.

Den Aachener Friedenspreis erhält Concern Universal für die praxisbezogene Sozialarbeit und das ganzheitliche Verständnis von Frieden, der mehr beinhaltet als die Abwesenheit von Krieg und Gewalt. Trotz widriger Umstände setzt das Projekt mit seiner Arbeit bewusst an der Graswurzel an und lässt Frieden von „unten“ wachsen. schon seit mehr als 20 Jahren besteht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Gruppierungen aus Stadt und Bistum Aachen.

Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 jedes Jahr an Initiativen oder Einzelpersonen verliehen, die sich von unten für Frieden und Dialog zwischen Konfliktparteien einsetzen. Wer den mit jeweils 2.000 Euro dotierten Preis erhält, entscheidet die Mitgliederversammlung des Vereins. Vorschläge kann aber jeder interessierte Mensch einbringen, egal ob Vereinsmitglied und egal ob aus Aachen oder nicht. Traditionell am 08.05., dem Tag des Endes des zweiten Weltkrieges, werden die jeweiligen neuen Preisträger*innen vorgestellt. Die Preisverleihung findet dann in einem öffentlichen, feierlichen Akt am 01.09, dem internationalen Antikriegstag statt.

08. Mai 2018


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