Archiv für August 2019

Gedenkveranstaltung Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d2/Bundesarchiv_Bild_183-Z0127-305%2C_Berlin_1927%2C_Reichstreffen_RFB%2C_Th%C3%A4lmann%2C_Leow.jpg
Ernst Thälmann (links), hier gemeinsam mit Willy Leow (rechts), Hauptredner beim „Roten Tag in Düren, beim 3. Reichstreffen des RFB in Berlin 1927. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-Z0127-305 / CC-BY-SA 3.0

Am Sonntag jährte sich der Tag der Ermordung des früheren Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Ernst Thälmann, zum 75. Mal. Aus diesem Anlass hielt die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Die Linke) eine Rede in der Gedenkstätte Buchenwald. Darin hieß es:

Wir haben uns heute hier vor dem Krematorium in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald versammelt, um des vor 75 Jahren von den Faschisten ermordeten Ernst Thälmann zu gedenken. Auch elf Jahre in Einzelhaft konnten die Überzeugung des Kommunisten und Antifaschisten Thälmann nicht brechen. Thälmanns Geradlinigkeit und sein Mut, sein Klartext gegenüber Ausbeutern, Kriegstreibern und Faschisten, sein Klasseninstinkt und seine Volksnähe können uns ein Vorbild sein! Wir leben heute wieder in einer Zeit, in der nationalistische, völkische und faschistische Positionen und Parteien weltweit auf dem Vormarsch sind. Hetze gegen Geflüchtete, Migranten und Muslime kommt längst nicht mehr nur vom rechten Rand. Der braune Hass ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. (…)

Erschreckend ist, dass »Antifa« plötzlich bis in liberale Kreise hinein als Feindbild und Schimpfwort gilt. (…)

Antifa ist vor allem ein Ausdruck für eine antifaschistische Gesinnung – und die sollte doch für jeden Demokraten und jede Demokratin eine Selbstverständlichkeit sein! In solch bedrohlichen Zeiten ist es wichtig, sich an Persönlichkeiten wie Thälmann zu erinnern. Denn Thälmann kann mit Fug und Recht als der eigentliche Begründer der Antifa bezeichnet werden! Genauer gesagt natürlich der Antifaschistischen Aktion, die sich Anfang der 30er Jahre schon unter dem heute so bekannten Symbol mit den zwei Fahnen im Kreis sammelte. (…)
Zur Bildung der Antifaschistischen Aktion rief Thälmann am 25. Mai 1932 auf dem Maiplenum der KPD auf. Ziel war es, mit allen Mitteln die Bildung einer Naziregierung zu verhindern. Thälmann forderte, die Antifaschistische Aktion müsse – Zitat – »dem Hitlerfaschismus den Weg zur Macht verlegen«, »der Faschisierung Deutschlands Einhalt gebieten« und »durch den organisierten roten Massenselbstschutz in breitester Einheitsfront den Mordterror des Hitlerfaschismus brechen«. (…)

Es ist wichtig, die ganze Breite antifaschistischer Selbstorganisationen anzuerkennen. Vom runden Tisch gegen Rassismus bei der Gemeinde unter Einschluss des Bürgermeisters und Pfarrers bis zur autonomen Antifa. Alle Formen antifaschistischer Aktivität haben ihre Legitimität – Ausgrenzung darf es in keine Richtung geben! Das heißt vor allem: Keine Distanzierung von der autonomen Antifa – Widerstand gegen die Wiedergänger der Faschisten ist auf allen Ebenen notwendig! (…)

Wir sollten nicht bei bloßen moralischen Appellen gegen Rassismus und Faschismus stehenbleiben. Wir müssen vielmehr aufzeigen, dass die Wurzeln dieser Übel im Kapitalismus selbst liegen. Darum ende ich mit den berühmten Worten aus dem Schwur der Überlebenden des KZ Buchenwald von 1945: »Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.«