Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Dr. med. August Bender – Landarzt, Lagerarzt im KZ Buchenwald, Sturmbannführer a. D. Kritische Anmerkungen zu Leben und Wirken eines Kreuzauer SS-Arztes

Veranstaltung

Wann: HEUTE, Di, 18. September 2018, 19:00 h
Wo: KOMM – Düren August-Klotz-Straße 21

Vortrag und Diskussion mit Nico Biermanns – gemeinsame Veranstaltung von Bertram-Wieland-Archiv e.V. und DGB Kreisverband Düren. Eintritt frei!

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„Zusammenfassend erkläre ich, dass ich mich völlig schuldlos fühle.“ – Mit diesen Worten beteuert der Kreuzauer SS-Arzt und Sturmbannführer a. D. Dr. med. August Bender in einer staatsanwaltlichen Vernehmung seine totale Unschuld und bestreitet jegliche Mitwirkung und Mitwisserschaft an im Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar verübten Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Klischeehafter könnte eine Unschuldsbeteuerung eines hochrangigen SS-Angehörigen kaum daherkommen. 1964, im Jahre der Vernehmung, war Bender bereits seit gut 15 Jahren praktizierender Landarzt in Kelz bei Vettweiß und hatte sich in der jungen, vergessen wollenden Bundesrepublik bestens eingerichtet: etwa 5.500 DM brutto im Monat, zwei Kraftfahrzeuge, Fabrikat Fiat 1500 und 1100, ein neues Haus, etwa 100.000 DM Bausumme, der Sohn studiert, die Tochter geht auf die Frauenfachschule. Deutsche Spießigkeit und heile Welt par excellence. – Doch wer genau war dieser August Bender, der im ländlichen Kelz der Nachkriegsjahre zu einer „Institution“ wurde? Der Vortrag versucht, über das Leben und Wirken Benders aufzuklären und hinterfragt dabei immer wieder auch kritisch die eigene Darstellung Benders in Selbstaufzeichnungen und -aussagen: Welche Aufgabe hatte Bender im Konzentrationslager Buchenwald? Was erfahren wir über seine Nachkriegsbiographie?

Der Referent: Nico Biermanns, 1993 geboren und in Düren-Birgel aufgewachsen, studiert Geschichte und Germanistik an der RWTH Aachen. In einem Forschungsseminar des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Uniklinik der RWTH Aachen befasste er sich erstmalig mit dem SS-Arzt August Bender und recherchierte in verschiedenen Archiven umfangreiches Quellenmaterial. Im Rahmen seiner Masterarbeit erarbeitet er nun eine Biographie Benders.

Aktivisten aus dem Wald gezerrt

Hambacher Forst: Kritik an der Räumung nun auch aus Reihen der Polizei
Von Wolfgang Pomrehn

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50 Baumhäuser, 9.000 Demonstranten, 3.000 Polizisten – Tag fünf der Räumungen im Hambacher Forst
Foto: Oliver Berg/dpa

Im Hambacher Forst, zwischen Köln und Aachen im rheinischen Braunkohlerevier gelegen, ging am Montag die Räumung von Baumhäusern weiter. Ab Oktober will RWE dort roden. Am fünften Tag in Folge versucht ein Aufgebot von mehr als 3.000 Polizisten mit Räumpanzern und Wasserwerfern, die Bewohner von über 50 Baumhäusern aus dem Wald zu vertreiben. Offizielle Begründung ist der Brandschutz, den das Bauministerium in Düsseldorf nach sechs Jahren plötzlich nicht mehr gewährleistet sieht. Die Waldbesetzer werden also nach Lesart der konservativ-liberalen Landesregierung zu ihrem eigenen Schutz aus dem Wald gezerrt.

Bei ihrer »Vollzugshilfe für die Bauaufsicht«, so die offizielle Wortwahl für einen der größten Polizeieinsätze in der Geschichte Nordrhein-Westfalens, lässt sich die Polizei offenbar nicht gerne zuschauen. Am Sonntag, als bis zu 9.000 Menschen an einem »Waldspaziergang« teilnahmen, wurde verschiedenen Journalisten der Zutritt zum Wald verwehrt, wie aus einer Pressemitteilung der Polizei Aachen hervorgeht.

Die Besetzer setzten sich auch am Montag weiter mit Sitzblockaden und Barrikaden gegen die Räumung zur Wehr. Am Morgen hieß es seitens der Polizei, es seien bisher 28 Baumhäuser geräumt worden. Zu diesem Zweck wurden am Montag erneut Bäume gefällt, wie die Besetzer berichten, und das, obwohl zum Schutz der Natur Rodungen erst ab dem 1. Oktober erlaubt sind.

Auch in Polizeikreisen wächst der Unmut über die Räumung. Seine Kollegen würden regelrecht verheizt, kritisiert Helmut Adam, Bezirksvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter in Köln. Die Beamten würden anderswo fehlen. Adam: »Der Einsatz im Hambacher Forst hat insofern unmittelbare negative Auswirkung auf die Sicherheit in den Städten und Gemeinden. Im Ergebnis schützen wir nun den Braunkohleabbau von RWE statt unserer Bevölkerung.«

Aus anderen Braunkohlerevieren kommt derweil Unterstützung für die Besetzer. Südlich von Leipzig errichtete am Wochenende das Bündnis »Pödelwitz bleibt« symbolisch ein Baumhaus. Die mehr als 60 Teilnehmer der Aktion forderten einen schnellen Ausstieg aus der Kohlenutzung. Das Dorf Pödelwitz soll ebenfalls einem Braunkohletagebau weichen. Bündnissprecherin Ilana Krause: »Die Dürre diesen Sommer in Deutschland und die derzeitigen Riesenstürme in anderen Teilen der Welt zeigen, wie die Klimakrise aussieht. (…) Deshalb wollen wir den vielen Protestierenden im Rheinland sagen: Wir kämpfen mit euch!«

Kritik kommt auch von der Linkspartei. Deren wirtschaftspolitischer Sprecher im Bundestag, Klaus Ernst, forderte für die Bewohner der Braunkohleregionen eine klare Perspektive. Sie wollten wissen, wie es nach der Kohle weitergeht. Statt dessen würden RWE und Bundesregierung die Arbeit der Kohlekommission torpedieren. In der Kommission soll ein Plan für die Zukunft der Kohlereviere und den Ausstieg aus der Kohle erarbeitet werden. Der Bundesregierung schwebt als Ausstiegsdatum offensichtlich 2038 vor, wie jetzt bekanntwurde. Für Ernst ist das viel zu spät, um die Klimaziele noch einzuhalten.

Kampf um die Kohle

Räumung im Hambacher Forst. Gastkommentar
Von Lorenz Gösta Beutin

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Kerpen: Hinter dem Protestcamp wartet schon der Braunkohlebagger
Foto: Oliver Berg/dpa (mehr…)

»Erlebnisarena« des Tages: Der Wald

Von Jan Greve

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Merke: Wer hier wohnt, ist potentiell kriminell. Wer eine »gesetzestreue« Nacht in einem Baumhaus verbringen will, möge sich bei Frau Klöckner nach der geeigneten Adresse erkundigen
Foto: Christoph Reichwein/dpa (mehr…)

Rom nimmt Geiseln

Italiens Regierung hält gerettete Flüchtlinge auf Schiff der Küstenwache fest. Immer mehr Tote im Mittelmeer
Von André Scheer

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Flüchtlinge warten am Dienstag an Bord der »Diciotti« darauf, im Hafen von Catania an Land gehen zu dürfen
Foto: Antonio Parrinello/REUTERS (mehr…)

Neue Zahlen zu rechter Gewalt in BRD

Berlin. In den Jahren von 2001 bis 2017 sind in der Bundesrepublik elf Mord- und fünf Totschlagsdelikte aus dem extrem rechten Spektrum registriert worden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Partei Die Linke hervor, über die www.tagesschau.de am Montag berichtete. Zudem habe es in dem Zeitraum acht Morde mit dem Hintergrund einer »ausländischen Ideologie« gegeben, gegenüber keinem einzigen vergleichbaren Delikt mit »linksextremistischem« Hintergrund. Demnach wurden in den Jahren außerdem 52 Sprengstoffanschläge sowie 38 Fälle schwerer Brandstiftung registriert, die rechts motiviert waren.

Gegenüber dem Nachrichtenportal sagte die Linke-Bundestagsabgeordnete Martina Renner, die Zahlen gäben Einblick in die Bedrohung durch rechten Terror. Sie sehe »bislang nicht, dass Politik und Behörden dem Rechnung tragen«. (jW)

Mythos BAMF-Skandal

Positive Asylbescheide zu mehr als 99 Prozent korrekt

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Im Oktober 2017 vor dem BAMF
Foto: Fabrizio Bensch/REUTERS (mehr…)

Löcher. In Celle und anderswo

Staatsterror gegen links: Bei der »Aktion Feuerzauber« am 25. Juli 1978 verübten Verfassungsschutz und GSG 9 einen Sprengstoffanschlag
Von Horst Schäfer

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Das als »Celler Loch« bekannt gewordene Mauerstück der JVA Celle, präsentiert im Innenhof der Anstalt vom ehemaligen Gefängnisdirektor Paul Kühling (17.9.1998)
Foto: picture-alliance / dpa (mehr…)

»Zum Handlanger von Pegida gemacht«

Linke fordert unabhängige Expertenkommission, nachdem Dresdner Polizisten Reporter behinderten
Von Steve Hollasky

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Guter Draht zur Polizei: Pegida-Aufmarsch am 16. August in Dresden
Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa (mehr…)

Nach uns die Sintflut

Regierung liebt Kohlekraftwerke
Von Wolfgang Pomrehn

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Kühltürme des RWE-Braunkohlekraftwerks in Niederaußem bei Köln am 3. März 2016
Foto: Wolfgang Rattay/REUTERS (mehr…)